Auszüge aus der Schulchronik

Die erste Schule gab es schon vor der französischen Revolution (1789).
Sie stand in der Mitte des Dorfes, vor dem Haus Gründer. Es war ein niedriger, mit Stroh bedeckter Fachwerkbau, bestehend aus dünnen Lehmwänden mit kleinen Bleifenstern. Sie wurde im Laufe der Jahre viermal erneuert bzw. umgebaut und im Jahre 1858 komplett neu errichtet. Sie hatte an der Nordseite einen angebauten Turm, in dem eine groβe Glocke hing. Die Glocke wurde am 1. Juli 1917 als "kriegswichtiges Material" eingezogen. Am 23. Dezember 1920 wurde eine von der Gemeinde neu gekaufte Glocke wieder aufgehängt. Sie wurde beim Abriss der alten Schule circa 1940 in das ehemalige Transformatorgebäude, genannt "Klepptorn", umgehängt. Im Jahre 1938/39 wurde die neue heute noch exististierende Schule gebaut. Mit Beginn des 19. Jahrhunderts planten die damals zuständigen Behörden, die Schulen von Walchum und Sustrum zu einer Schule zu vereinen. Es wurde überlegt, ob man die neue Schule zwischen den beiden Dörfern oder besser in einem der beiden Orte bauen solle. Da man zu keinem Ergebnis kam, wurde der Plan im Jahre 1851 aufgegeben. Die ersten Lehrer hatten keine spezielle Ausbildung, sondern es waren schreib- u. lesekundige Dorfbewohner, sie unterrichteten bis 1867. Der erste namentlich bekannte Lehrer aus Walchum war Heribert Pelle (später Hunfeld). Danach folgten Heribert Wolbers (Bauer), Heinrich Schwarte (Zimmermann), Hermann Janknecht (Schneider) und Hermann Schojan, er war der letzte gebürtige Walchumer "Lehrer". 
Im Jahre 1908 besuchten 65 Kinder die Schule. Im Jahre 1949 waren es 178, davon kamen 50 Kinder aus dem OT Hasselbrock. Seit Gründung des Schulzentrums in Dörpen im Jahre 1971 werden in Walchum nur noch die Grundstufen der Klassen 1 bis 4 unterrichtet.

Die alte Schule zirka 1930; im Hintergrund das Haus Gerdes und rechts der damalige Transformatorturm, der heutige Glockenturm (Klepptorn)

Der Schulneubau 1938

Der Neubau einer Schule in Walchum war aus vielerlei Gründen notwendig geworden. Das Gebäude und die schulischen Notwendigkeiten entsprachen nicht mehr den Anforderungen der Zeit. Durch die stetig steigenden Schülerzahlen waren die Räume zu klein geworden und weil die Schule direkt an der Straβe lag, war wegen des ständig gröβer werdenden Verkehrsaufkommens die Sicherheit der Schüler nicht mehr gewährleistet. Auch war das nördlich neben der Schule gelegene Grundstück, das als Schulhof und Turnplatz gedient hatte, verkauft worden und stand für diese Zwecke nicht mehr zur Verfügung. Deshalb wurde im Jahre 1936 seitens der Gemeinde ein Antrag für den Neubau einer Schule eingereicht.

Die neue Schule